DIN SPEC Geschäftsplan „Offene Farbkommunikation“ veröffentlicht

Aktuell wurde unser freieFarbe e.V. DIN SPEC Geschäftsplan für 4 Wochen vom 19.02.2018 bis zum 19.03.2018 auf der DIN-Webseite zur Kommentierung veröffentlicht.

DIN SPEC 16699 Offene FarbkommunikationIn dieser DIN SPEC werden wir Arbeitsmittel und Vorgehensweisen für die offene und eindeutige Farbkommunikation vom Design bis zum fertigen Produkt auf Basis von CIELAB Farbwerten, physischen Mustern nach ISO12647-7 und Spektraldaten im CxF3 Format nach ISO 17972 definieren.

Die DIN SPEC beschreibt sowohl den Weg zur Erstellung der physischen Muster und CxF Spektraldaten für beliebige CIELAB-Farbwerte durch den Anwender als auch die Eckwerte eines offenen Referenzfarbsystems, das allen Anwendern ohne Lizenzkosten im Rahmen einer Creative Commons Lizenz zur Verfügung steht. Die in der DIN SPEC beschriebenen Arbeitsmittel eignen sich insbesondere für Aufgabenstellungen, bei denen Farben im Design übergreifend für verschiedene Produktionsprozesse definiert und mittels physischer Muster und Spektraldaten an produzierende Betriebe kommuniziert werden, die in der DIN SPEC beschriebenen Vorgehensweise soll die Erstellung von matten, seidenmatten und glänzenden Farbmustern auf geschlossenen unstrukturierten Oberflächen ermöglichen.

DIN Gebäude und DIN Platz © DIN

Die DIN SPEC ist gewissermaßen der kleine Bruder der DIN-Norm. Das DIN schreibt: „Die DIN SPEC ist ein hochwirksames Marketinginstrument, das dank der anerkannten Marke DIN für eine große Akzeptanz bei Kunden und Partnern sorgt. DIN sorgt dafür, dass die DIN SPEC nicht mit bestehenden Normen kollidiert, und veröffentlicht die Standards, auch international. Eine DIN SPEC kann die Basis für eine DIN-Norm sein.“

Wir von freieFarbe e.V. möchten mit der DIN SPEC 16699 „Offene Farbkommunikation“ zeigen, dass mit offenen Werkzeugen und Verfahren sowie Creative Commons Lizenzen, insbesondere dem CIELAB-Standard dem ICC-basierten Farbmanagement und ISO Standards für Spektraldaten, Farbkommunikation auf professionellem Level möglich ist.

Weitere Informationen finden Sie auch auf freieFarbe.de

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CIELAB HLC Colour Atlas im Proof.de Shop erhältlich

Nun hat es doch fast ein Jahr lang gedauert, aber umso mehr freuen wir uns jetzt: Das freieFarbe e.V. Großprojekt, der „CIELAB HLC Farbatlas“ ist fertiggestellt und kann bei uns im Shop bestellt werden. Der HLC Farbatlas ist ein kostenloses, auf offenes Standards basierendes, hochpräzises Farbsystem.

Der CIELAB HLC Farbatlas bietet professionellen Anwendern von Farbe drei entscheidende Vorteile:

  • Der CIELAB HLC Farbatlas basiert auf offenen, nicht proprietären Standards, die frei von Copyrights und Markenrechten sind. 
  • Der Farbatlas mit allen Komponenten steht allen Anwendern kostenlos online zur Verfügung und kann direkt heruntergeladen, genutzt und weitergegeben werden.
    Er ist unter einer OpenSource Creative Commons Lizenz veröffentlicht.
  • Die gedruckte Referenz des CIELAB HLC Farbatlasses besticht durch eine überragende Präzision.Im Gegensatz zu manchen kommerziellen Produkten ist die Farbgenauigkeit mit einem DeltaE00 Median von 0,3 und einem durchschnittlichen DeltaE00 von 0,5 extrem hoch. Die Abweichung von der idealen Farbreferenz und Farbunterschiede zwischen zwei Farbatlassen können in den allermeisten Fällen zwar gemessen, aber mit dem menschlichen Auge nicht wahrgenommen werden. Jeder Atlas wird auf unserem besten Fogra-zertifizierten High-End-Proofdrucker auf Fogra-zertifiziertem Papier hergestellt. Jedes Exemplar wird mit einem individuellen, farbmetrischen Prüfprotokoll nach ISO 12647-7:2016 ausgeliefert, zur Dokumentation der Farbpräzision jedes einzelnen Farbatlasses.



Der Atlas besteht aus folgenden Komponenten:

  • Einer gedruckten Farbatlas Master-Referenz (A4, Ringbuch) mit 2040 Farben, basierend auf dem intuitiven HLC-Farbmodell (Hue, Lightness, Chroma), mit Abstufungen von 10 zwischen den einzelnen Farbtönen. Dazu gehören auch Farben, die in normalen CMYK-Workflows (Schmuckfarben) nicht reproduzierbar sind. Diese Komponente wird mit größter Sorgfalt bei uns in Tübingen produziert. Der Farbatlas enthält eine Einführungs- und Gebrauchsanweisung in deutscher oder englischer Sprache.
  • Einer kostenlosen PDF-Master-Version des Farbatlasses, die zudem zahlreiche weitere Farbräume wie sRGB, Fogra39, Fogra51 und 52 etc. über Ebenen in der PDF Datei abbildet.
  • Farbpaletten mit allen 2040 LAB-Werten für Adobe-Software im ASE-Format. Wir stellen diese Bibliothek zeitnah auch im SBZ-Format von Swatchbooker sowie in sRGB-Versionen für LibreOffice (SOC), GIMP (GPL) und Scribus 1.4.x (XML) zur Verfügung. Scribus 1.5.x enthält bereits die SBZ-Datei und eine sRGB-Version wird mit LibreOffice seit Version 5.4.4.4 ausgeliefert, sowie mit der aktuellen stabil Version  Scribus 1.4.6.
  • Einer Tabelle mit Farbkonvertierungswerten aller Farbtöne des Atlasses nach sRGB, HEX und ISOCoatedV2 in zwei Rendering Intents.
  • Spektraldaten aller Farbfelder in einer CxF v.3-Datei, die die Farbdaten aller Farbfelder in Spektralwerten enthält. Diese Datei ermöglicht es beispielsweise Farbherstellern, alle Farben des Atlasses hochpräzise spektral anzuzischen oder eigene zuverlässige Referenzen zu erstellen, – Open Source und ohne Lizenzgebühren. So kann ein Druckfarbenhersteller die CxF3-Datei einfach in typische Farben-Formulierungssoftware laden und die richtige Mischung für seine Druckfarben erstellen. Das gilt natürlich nicht nur für den Offsetdruck, sondern auch für Lacke, Textilfarben oder Kunststoffe.

Alle Dateien stehen unter einer CC-Lizenz zum kostenlosen Download zur Verfügung. Nur der durch die Proof GmbH gedruckte HLC Farbatlas ist kostenpflichtig, da die Produktion sehr arbeits- und kostenintensiv ist. Bis Ende April 2018 gilt der Einführungspreis von EUR 99,-, ab Mai EUR 149,– zzgl. MwSt. und Versandkosten.

Sie können den CIELAB HLC Farbatlas hier bei uns im Shop bestellen

Wir von freieFarbe e.V. und der Proof GmbH sehen im „CIELAB HLC-Farbatlas“ nicht nur eine echte und offene Alternative den hunderten proprietären Farbsystemen, sondern wir sind auch der Meinung, dass der Qualitätsstandard des gedruckten Farbatlasses höchstens von Lacksystemen übertroffen werden kann.

Seit Anfang Januar arbeiten wir zudem daran, unser offenes Farbsystem mit der deutschen Normungsorganisation DIN in eine DIN SPEC Norm zu überführen.

Beteiligte an diesem Projekt waren:

Holger Everding (DPT Studio Oldenburg), Jan-Peter Homann (Homann Colormanagement), Eric A. Soder (pixsource.com), Peter Jäger (pre2media.ch) und Matthias Betz (Proof GmbH) sowie Christoph Schäfer und Gregory Pittman (Scribus Team).

Mit freundlicher Unterstützung von:

freieFarbe e.V. dankt auch für die Unterstützung der ColorLogic GmbH mit ihrer Software ZePrA für die Sonderfarboptimierung und ColorAnt zur Erfassung der spektralen Daten, der Epson Deutschland GmbH für Unterstützung mit Tinte und der GMG GmbH & Co. KG für die Unterstützung mit zertifizierten Proofpapieren und ihrer Colorproof Software.

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