Reproduktion von Anaglyphen Bildern und Strichzeichnungen

Bereits vor einigen Wochen erreichte uns ein ungewöhnliches Anliegen: Der Musiker und angehende Kunststudent Tobias Weh aus Osnabrück experimentierte mit Linienzeichnungen auf Anaglyphen-Basis und erzielte damit am Monitor sehr gute Ergebnisse. Er schuf überlagernde Strichzeichnungen, die dann durch das linke Auge betrachtet ein anderes Bild lieferten als durch das rechte Auge betrachtet. Die Frage war, ob das mit dem hohen Farbumfang eines Proofsystems besser zu reproduzieren war als mit dem einfachen heimischen Tintenstrahldrucker.

Da solche Fragestellungen auf den ersten Blick natürlich sehr interessant sind waren wir rasch bereit, Herrn Weh bei seiner Arbeit zu unterstützen. Um uns an die Materie heranzutasten vermassen wir mit einem i1 Pro 2 und BabelColor Color Translator & Analyzer die durch die marktüblichen Anaglyphenbrillen durchgelassenen Spektren für die beiden Folien.

Anaglyphenbrille - Durchgelassenes Spektrum der beiden FolienEigentlich ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis. Durch die Wahl zweier Farben als Druckfarben in den Spektralbereichen von 450 bis 500 Nanometern für Blau und 650 bis 700 Nanometern für Rot müsste sich eigentlich ein recht gutes Ergebnis erzielen lassen.  Weiterlesen

Layout in RGB, Druck in CMYK. Probleme?

Insbesondere in größeren Unternehmen stellt heute das Layout in RGB eher die Regel als die Ausnahme dar. Die Vorteile liegen dabei auf der Hand:

  • Das Layout findet in einem großen, nahezu medienneutralen Farbraum statt
  • Alle Photoshop Filter stehen uneingeschränkt zur Verfügung
  • Der Prozess der Farbraumkonvertierung nach CMYK wird so spät als möglich in den Produktionsprozess verlagert

In der Praxis stehen aber insbesondere an zwei Stellen mögliche Probleme ins Haus.

Problemstellung 1: CMYK Konvertierung im letzten Schritt.
Der Katalog ist in InDesign gelayoutet, alle Daten stimmen perfekt, als letzter Schritt vor Druck und Proof steht der Export in ein druckfähiges PDF in CMYK an. Im Normalfall erfolgt das über einen Preset in InDesign, in dem die genauen Spezifikationen für die Farbraumkonvertierung definiert sind. In der Praxis ist dieser Farbraumtransfer aber kaum zu überwachen. Das Problem: Selbst wenn Sie in der exportierten PDF Datei z.B. die Farbwerte in Acrobat kontrollieren, zeigt Ihnen Acrobat nicht wirklich die enthaltenen Farben an. Auch bei fälschlicherweise immernoch enthaltenen RGB Bildern würde Ihnen Acrobat brav CMYK Werte anzeigen. Im Druck können aber beim erneuten Verarbeiten der Daten andere CMYK Werte entstehen. Da sah vor kurzem so aus: Weiterlesen