Papierweiß von Papierherstellern und Onlinedruckereien vermessen

Papierweiss-Tabelle auf proof.de für Papierweiss Werte aller wichtigen Papierhersteller und Online-Druckereien

Wir haben den Papierweißton und den Anteil der optischen Aufheller von über 1.000 Papieren der wichtigsten Papierhersteller wie Berberich und Papier Union sowie Onlinedruckereien wie Flyeralarm und wir-machen-druck.de spektral vermessen.

Proof.de - Papierweiss Messung von Antalis Conqueror CX 22 weiss. Vergleich der spektralen Messdaten für die Messmodi M0 und M1
Beispiel: Spektraldatenvergleich von Antalis Coqueror CX 22 weiß für die Messstandards M0 und M1. Unten sehen Sie auch die Farbabweichung in Delta-E00 von 1,97 sowie die beiden Papierweiß-Werte in LAB und LCH.

Nur wenige Papierhersteller veröffentlichen derzeit Daten zur Papierweisse und zum Anteil von optischen Aufhellern ihrer Papiere, sondern lediglich technische Kennzahlen wie Weisse nach ISO 2470-2 oder CIE ISO 11475. Mit diesen Werten können Gestalter allerdings kaum den Papierweißton erfassen. Zudem kann aus diesen Daten nicht herausgelesen werden, ob und welchen Anteil von optischen Aufhellern das Papier hat.

Wir haben daher die wichtigsten Papiere und Färbungen aller zentralen Papierproduzenten und Papiervertriebe sowie Onlinedruckereien in den drei Messstandards M0, M1 und M2 vermessen. Aus dem Unterschied in der Papierweisse der beiden Messungen M2 (UV-Cut ohne UV-Anteil) und M1 (ISO 3664:2009 mit spürbarem UV Anteil) haben wir den Farbabstand auf der Gelb-Blau-Achse von LAB in Delta-b bestimmt und davon ableitend den Anteil an optischen Aufhellern nach Delta-B gemäß ISO 15397 bestimmt und diesen bewertet.

Delta-B Umrechnung: OBA-Anteil in den Papieren

Delta-B < 1 = keine OBA
Delta-B < 4 = wenig OBA
Delta-B < 8 = geringe OBA
Delta-B < 14 = moderate OBA
Delta-B > 14 = OBA Anteil hoch

Spektraldaten aller vermessenen Papiere zum Download

CGATS.17 Daten für die Messbedingungen M1 und M0 für das Papier Antalis Conqueror CX 22 weiß

Parallel zu den Bildern der Spektren haben wir auch für die Messmodi M0, M1 und M2 Spektraldaten im Format CGATS bereitgestellt, die zu jedem Papier heruntergeladen werden können. Diese Werte können beispielsweise in Proofsoftware verwendet werden, um eine Papierweiß-Simulation für ein bestimmtes Auflagenpapier zu berechnen.

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Ein Proof für Recyclingpapier. Ist das möglich?


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Proofs für klassische weiße Naturpapiere erstellen wir ja täglich, aber häufig taucht die Frage auf, welchen Proof-Standard man denn für einen Druck auf Recyclingpapier verwenden könnte.

Generell ist bei Proof das Papierweiß im Proofstandard exakt definiert, und wird ja auch in jedem Prüfprotokoll dezidiert ausgemessen.

Für PSOUncoated liegt es in CIELAB bei 95.00 / 0.00 / -2.00 und für PSOUncoatedV3 bei 93.50 / 2.50 / -10.00, also etwas dunkler (93.50 statt 95.00 für die Helligkeit L) und deutlich bläulicher (-10.00 statt -2.00 auf der B-Achse, also der Blau-Gelb Achse in Richtung Blau).

Recyclingpapiere weichen im Bereich des Papierweißes nicht nur sehr stark von Sorte zu Sorte voneinander ab, sondern selbst von Charge zu Charge. Wenn also eine Druckerei im Januar und im Februar dasselbe Recycling Papier bestellt, dann kann durchaus ein leicht unterschiedlicher Weißwert des Papieres von der Papierfabrik geliefert werden, da beim Recycling natürlich das Papierweiß stark von den zur Herstellung verwendeten recycleten Papierqualitäten abhängt.

Eine farbverbindlicher Proof für Recyclingpapier ist daher nicht möglich, da aufgrund der unterschiedlichen Papierqualitäten und Weißtönen nie ein Standard ausgearbeitet wurde.

Es empfiehtl sich für den Proof, einen klassischen Proofstandard wie PSOUncoated / Fogra 47 zu wählen, der ein recht neutrales, nicht aufgehelltes Papierweiß im Proof zeigt. Neben den Proof legen Sie eine Seite des Recycling-Auflagenpapieres, und übertragen jetzt gedanklich die Farbigkeit des Proofs auf den Weißton Ihres Recyclingpapieres. So können Sie sich das spätere Druckergebnis schon einmal recht gut vorstellen.

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Papierweiss Simulation von PSOUncoated


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Seit 2009 ist PSOUncoated das geltende Standard Profil für ungestrichenes Naturpapier. Dennoch haben Proof-Dienstleister oft das Problem, daß sich Proofs auf PSOUncoated auf den ersten Blick oftmals deutlich vom Druckergebnis unterscheiden. Sofort sichtbar: der Weisspunkt des Papieres.

Das PSOUncoated Papierweiss wirkt sehr gräulich. Wenn z.B. auf einem EFI 9120 XF Papier, das als Papier eigentlich eine neutrale weisse Färbung hat, PSOUncoated geprooft wird, dann muss das Papier vom Drucker in Sachen Papierweiss nachgefärbt werden. Durch diese Papierweiss Simulation wirkt der Proof „gräulich“ und und oftmals nicht wie das wirkliche Auflagenpapier „hochweiss“. „Das kann ich meinem Kunden nicht hinlegen“ hören Proof Dienstleister oft von den Agenturen und Designern, die Proofs in Auftrag geben. Und offen gesagt: Auch der Druck auf einem weissen Naturpapier wird vom PSOUncoated Proof Ergebnis je nach gewähltem Papier deutlich abweichen.

Manche Proof Dienste proofen daher auch heute noch Naturpapier nach ISOUncoated, da hier der Papierton deutlich weisser und nicht so gräulich ist. Das wird aber mittelfristig nicht über die Misere hinwegtragen: PSOUncoated ist der gängige Standard, nach dem sich auch die ProzessStandard Offsetdruck zertifizierten Druckereien richten. Aber im Drucksaal offenbaren sich oftmals die Unterschiede zwischen Norm und Realität. Wenn dann noch das neue D50 Normlicht nach ISO 3664:2009 mit höheren UV-Anteilen zur Begutachtung am Drucktisch zum Einsatz kommt, dann lassen sich oft Proof und Druckergebnis nur noch sehr schlecht aufeinander abstimmen. Und diese Problematik wird aufgrund der langen Normierungszeiträume auch noch eine ganze Zeit die Begleiterin von Druckereien und Proof-Dienstleistern sein.

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