Ein Proof für Recyclingpapier. Ist das möglich?

Proofs für klassische weiße Naturpapiere erstellen wir ja täglich, aber häufig taucht die Frage auf, welchen Proof-Standard man denn für einen Druck auf Recyclingpapier verwenden könnte.

Generell ist bei Proof das Papierweiß im Proofstandard exakt definiert, und wird ja auch in jedem Prüfprotokoll dezidiert ausgemessen.

Für PSOUncoated liegt es in CIELAB bei 95.00 / 0.00 / -2.00 und für PSOUncoatedV3 bei 93.50 / 2.50 / -10.00, also etwas dunkler (93.50 statt 95.00 für die Helligkeit L) und deutlich bläulicher (-10.00 statt -2.00 auf der B-Achse, also der Blau-Gelb Achse in Richtung Blau).

Recyclingpapiere weichen im Bereich des Papierweißes nicht nur sehr stark von Sorte zu Sorte voneinander ab, sondern selbst von Charge zu Charge. Wenn also eine Druckerei im Januar und im Februar dasselbe Recycling Papier bestellt, dann kann durchaus ein leicht unterschiedlicher Weißwert des Papieres von der Papierfabrik geliefert werden, da beim Recycling natürlich das Papierweiß stark von den zur Herstellung verwendeten recycleten Papierqualitäten abhängt.

Eine farbverbindlicher Proof für Recyclingpapier ist daher nicht möglich, da aufgrund der unterschiedlichen Papierqualitäten und Weißtönen nie ein Standard ausgearbeitet wurde.

Es empfiehtl sich für den Proof, einen klassischen Proofstandard wie PSOUncoated / Fogra 47 zu wählen, der ein recht neutrales, nicht aufgehelltes Papierweiß im Proof zeigt. Neben den Proof legen Sie eine Seite des Recycling-Auflagenpapieres, und übertragen jetzt gedanklich die Farbigkeit des Proofs auf den Weißton Ihres Recyclingpapieres. So können Sie sich das spätere Druckergebnis schon einmal recht gut vorstellen.

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