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Farbabstand

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Der Farbabstand ist die gemessene Entfernung (Farbunterschied) zwischen zwei Farben. Die Farborte der beiden Farbwerte werden innerhalb eines Systems angezeigt und die Differenz in Delta-E angegeben. Über die Jahre hinweg haben sich unterschiedliche Berechnungsvarianten für den Farbabstand in Delta-E etabliert, wie: Delta-E76, Delta-E94, Delta-E00, Delta-E-CMC, was beispielsweise im Textildruck große Verbreitung hat.

Der im Druck- und Proof-Bereich allgemein bekannte Farbabstand “DeltaE” (“ΔE”) beschreibt den messbaren Unterschied zwischen zwei Farben. Er ist eine wichtige Kenngröße im Farbmanagement und ermöglicht eine Bewertung der Farbgenauigkeit und Farbkonsistenz, die durch Messtechnik unabhängig von der subjektiven menschlichen Wahrnehmung ist. Der Farbabstand wird als eine Zahl aus den standardisierten LAB Koordinate, die die Helligkeit (L*), die Rot-Grün-Achse (a*) und die Gelb-Blau-Achse (b*) definieren, berechnet. Die Berechnung des Farbabstandes ist für die Qualitätssicherung in der gesamten Druckvorstufe und der finalen Produktion unverzichtbar.

Warum muss man Farbabstände messen?

Der Anspruch der Druckindustrie an Reproduzierbarkeit und Normierung ist der Grund für die Messung von Farbabständen. In einem kontrollierten Arbeitsablauf wird die Farbe einer Vorlage, eines Proofs oder eines Druckbogens spektralfotometrisch erfasst und in den CIELab*-Farbraum umgerechnet. Der Farbabstand ΔE zeigt dann die Abweichung dieser Messwerte von einem Sollwert, dem eines Industriestandards wie FOGRA51 für gestrichenes Papier oder einem spezifischen Kundenmuster. Ein ΔE-Wert von exakt Null bedeutet eine perfekte Übereinstimmung der beiden Farben.

Über Jahrzehnte hinweg war die ursprüngliche ΔE-Formel (Delta E 1976) der Standard. Sie War einfach zu berechnen, hatte jedoch den Nachteil, dass sie nicht ganz gleichabständig war. Farbunterschiede, die visuell als “gleich weit weg” wahrgenommen wurden, wurden in verschiedenen Farbbereichen von LAB unterschiedlich stark bewertet. So konnte beispielsweise ein Wert von ΔE = 2 im neutralen Grau für das menschliche Auge deutlich sichtbar sein, während dieselbe Abweichung im gesättigten Blau kaum auffiel. Um das zu beheben wurden neue Berechnungsmodelle entwickelt. Die heute in der Druckindustrie am weitesten verbreitete Berechnung ist ΔE00 (Delta E 2000). Diese verbesserte Formel berücksichtigt die unterschiedliche Empfindlichkeit des menschlichen Auges für Farben in verschiedenen Bereichen des LAB-Farbraums und bietet eine präzisere Bewertung von Farbunterschieden.

Im Proof- und Druckbereich existieren klare Toleranzen für den Farbabstand. Ein ΔE*00-Wert unter 1,0 gilt als nicht wahrnehmbar und stellt das Maß für höchste Präzision dar. Werte zwischen 1,0 und 3,0 gelten als akzeptabel für die Druckproduktionen. Werte über 3,0 führen dagegen oft zur Ablehnung des Druckes oder zur Korrektur des Druckprozesses. Diese Toleranzen sind ein integraler Bestandteil von Qualitätsmamagementsystemen und helfen so zu prüfen, ob ein Proof oder ein Druckbogen der vorgegebenen Spezifikation entspricht.

Die Anwendung des Farbabstands meist direkt in den Arbeitsablauf integriert. Beim digitalen Proof dient er beispielsweise dazu, die Farbverbindlichkeit des Proofs sicherzustellen. Hierzu wird der ΔE-Wert zwischen Proof und der Druckreferenz gemessen und in einem Prüfprotokoll dokumentiert. In der laufenden Produktion kann der Farbabstand mit eingebauten Inline-Messgeräten kontinuierlich überwacht werden, damit die gesamte Auflage innerhalb der definierten Toleranz bleibt. Werden Grenzwerte überschritten, greift der Drucker ein um die Farbe zu korrigieren.

Eine schnelle Berechnung in den unterschiedlichen Berechnungsformeln bietet die Website von Bruce Lindbloom: Color Difference Calculator

Die Berechnungsfolmeln der Delta-E Berechnungen finden Sie hier: http://colormine.org/delta-e-calculator/cie2000

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