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Farbmessgerät

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Ein Farbmessgerät ist ein Gerät zur Messung des Farbortes einer Farbe. Es dient dazu, die Farbwerte einer vorhandenen Farbe objektiv zu ermitteln. Diese Instrumente sind im Druck- und Proof-Bereich unverzichtbar, da sie die subjektive menschliche Farbwahrnehmung durch objektive, quantifizierbare Messdaten ersetzen. Ihre Hauptfunktion besteht darin, die optischen Eigenschaften von Oberflächen zu erfassen und sie in standardisierte, numerische Werte, meist im CIELab*-Farbraum, zu übersetzen. Dadurch wird ein präzises Farbmanagement ermöglicht, internationale Standards können eingehalten werden und eine konsistente und reproduzierbare Farbwiedergabe über verschiedene Medien, Druckverfahren und geografische Standorte hinweg kann sichergestellt werden. Ohne Farbmessgeräte wäre eine farbverbindliche Kommunikation in der modernen Druckindustrie undenkbar.

In der Druckbranche werden grundsätzlich unterschiedliche Typen von Farbmessgeräten unterschieden, hauptsächlich: Densitometer und Spektralfotometer. Densitometer messen nur die optische Dichte der Farbe, also wie viel Licht von einer bedruckten Oberfläche absorbiert wird. Sie sind eher Werkzeuge an der Druckmaschine und ermöglichen es dem Drucker, die Farbschichtdicke zu steuern und Tonwertzunahme oder Spreizung zu überprüfen. Densitometer sind somit hervorragend für die Prozesskontrolle geeignet. Sie können jedoch keine Farbinformationen (wie Lab*-Werte) erfassen.

Colorimeter bzw. die besseren, aber auch teureren und im Drucksaal sehr verbreiten Spektralfotometer sind präzisere und vielseitigere Geräte. Gerade Spektralfotometer messen das gesamte Spektrum des reflektierten Lichts in sehr Wellenlängenabstufungen. Aus diesen spektralen Daten lassen sich sowohl die Dichte als auch Farbkoordinaten in Farbräumen wie CIELab* oder XYZ berechnen. Spektralfotometer sind die Basis der Farbprofilierung und -kalibrierung im Proof- und Druckbereich. Sie ermöglichen die Berechnung von Farbabständen (DeltaE) und sind somit entscheidend für Qualitätssicherung und Zertifizierung nach Normen wie ISO 12647. Spektralfotometer werden sowohl für die Erstellung von ICC-Profilen als auch für die Verifizierung von farbverbindlichen Proofs eingesetzt.

In der Druckindustrie kommen meist 45/0-Grad-Messgeräte wie das weit verbreitete X-Rite i1Pro2 zum Einsatz. Sie messen das Licht unter einem Winkel von 45 Grad und erfassen die Reflexion senkrecht (0 Grad) zur Oberfläche. Diese Methode ist am weitesten verbreitet für die Farbmessung auf glatten bis leicht strukturierten Oberflächen und stimmt gut mit der Wahrnehmung des Menschen bei direktem Blick auf die Oberfläche überein. Eine alternative Messgeometrie sind Kugelkopfmessgeräte mit einer Ulbrichtkugel wie das Konica Minolta CM26d. Solche Geräte beleuchten die Probe diffus von allen Seiten und erfassen das reflektierte Licht über eine größere Fläche. Sie eignen sich für strukturierte, glänzende oder metallische Oberflächen, da sie den Glanzeffekt minimieren und eine unabhängig von der Ausrichtung des Geräts konsistentere Messung ermöglichen.

Farbmessgeräte kommen im gesamten Workflow zum Einsatz. In der Druckvorstufe dienen sie der Erfassung von Vorlagen und der Erstellung von ICC-Profilen für Monitore und Proof-Drucker. Im Proof-Bereich sind sie unerlässlich, um die Farbverbindlichkeit zu prüfen und zu dokumentieren. Dazu wird der Farbabstand zwischen dem Proof-Ergebnis und dem Ziel-Druckstandard gemessen. An der Druckmaschine kommen entweder automatische oder manuelle Farbmesssysteme zum Einsatz, um die Farbe kontinuierlich zu überwachen und bei Abweichungen in den Messwerten korrigierend einzugreifen.

Moderne Farbmessgeräte bieten verschiedene Messbedingungen (M0, M1, M2 und M3), um den Einfluss von optischen Aufhellern in Papieren einerseits und unterschiedlicher Lichtquellen andererseits korrekt zu berücksichtigen. Die M1-Messung ist besonders wichtig, da sie die Messung unter aktuellem Normlicht D50 mit einem definierten Anteil an UV-Licht zur Anregung der optischen Aufheller simuliert. Dadurch wird eine konsistente Farbbeurteilung zwischen Proof und Druckbogen gewährleistet, gerade wenn beide optische Aufheller enthalten. 

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