Neueste Kommentare

Proof günstig. Was heißt das?

Proof günstig ist ein typischer Suchbegriff, mit dem Menschen in Suchmaschinen nach einem günstigen, farb- und rechtsverbindlichen Proof suchen. Aber was macht einen günstigen Proof aus?

Einen Proof macht aus, dass er gemäß den Vorgaben der neuesten Revision der Proofnorm ISO 12467-7 produziert wird und innerhalb der Toleranzen dieser Norm ist. Die aktuelle Revision derzeit ist die ISO 12647-7:2016. Die Toleranzen wurden mit dieser Norm noch einmal enger gefasst und um eine zertifizierte Ausgabe von Sonderfarben wie PANTONE und HKS ergänzt.

Solche zertifizieren Proofs können Sie auf shop.proof.de für alle Proof Profile bestellen.

Doch was macht den zertifizierten Proof günstig? Nun, der günstige Preis. Proofs werden auf sehr hochwertigen Pigment-Tintenstrahldruckern über meist kostspielige Proof-Software auf zertifizierte Proof Papiere gedruckt und mit Spektralphotometern ausgemessen. Wie kann hier also günstig produziert werden?

1.: Günstige Pigment-Tinte verwenden?

Ein Liter Tinte für Proofgeräte liegt bei rund 400 Euro, da liegt es also nahe, preiswerte Alternativtinte aus China einzusetzen. Das Problem: es gibt keine Hersteller – weder in China noch sonst wo – die Tinten produzieren, die in Sachen Pigmentfarbigkeit und spektraler Zusammensetzung wirklich nahezu identische Tinten produzieren würden. Ich habe einmal bei einem Hersteller angerufen, der damit wirbt, dass mit seinen – bereits recht teuren – Tinten auch geprooft werden könnte. Auf meine Nachfrage sagte er: „Nein, nein, das steht nur zur Werbung da, aber ich würde das natürlich niemals machen oder empfehlen und kenne auch niemanden, der das macht.“ Was die Chinatinten angeht, meinte er: „Die bekommen sie ja schon ab 20 Euro pro Liter, aber da erhalten sie eben bei jeder Lieferung eine andere Tinte, je nachdem, wo der Großhändler gerade einkauft. Dann müssen sie jedesmal den Proofer neu Einmessen … das können sie komplett vergessen.“ Zudem kostet der Austausch eines verstopften Druckkopfes rund 2.500 Euro, das Risiko ist also zu hoch. Ein echter Proof kommt daher ausschließlich von originaler, eben sehr teurer Tinte.

2.: Günstige Software verwenden?

GMG ColorProof, EFI Fiery XF und ORIS Color Tuner sind nur einige der wichtigsten Proof-Lösungen im Markt. Allen gemeinsam ist: Proofsoftware ist eher Nischensoftware, der Programmieraufwand ist also gemessen an den Verkaufszahlen sehr hoch. Je nach Größe des Ausgabegerätes und nach Funktionsumfang in Sachen Verifizierung, Sonderfarbdarstellung oder Proofing auf Spezialmaterialien wie transparenten Folien etc. kostet die Software ab zwischen 5.000 bis 10.000 Euro, im Zusammenspiel mit weiteren Softwareprodukten von GMG oder Colorlogic schnell aus wesentlich mehr. Es gibt auch hier wenige preiswerte Lösungen, aber im professionellen Proofing spielen diese zumeist keine Rolle, da sie entweder nicht mehrplatzfähig sind, oder wichtige Funktionen wie Sonderfarbbibliotheken etc. fehlen.

(mehr …)

Auflagenpapier, Proofstandard und die Proofpräzision von Sonderfarben abstimmen.

Heute rief ein Kunde an, der einen Proof von mehreren HKS N Sonderfarben auf einem Naturpapier in Auftrag geben wollte. „Was für ein Proofprofil soll ich denn wählen? Und wie genau können Sie im Proof denn dann meine Sonderfarben treffen? Ich muss vermutlich mehrere HKS N Rottöne im Vergleich proofen. Gedruckt werden soll übrigens auf einem Werkdruckpapier, Fly Cream, als ein etwas gelbliches Papier.“

Wie ist das Papierweiß des Auflagenpapieres?

Als erstes suchte ich mit dem Kunden nach dem Auflagenpapier in unserer Papierweiß-Datenbank. Ein schneller Blick per Volltextsuche ergab: Fly Cream von Papier Union haben wir vermessen:

Fly Cream enthält gemäß unseren Messungen keine optischen Aufheller, also "keine OBA". Das LAB Papierweiss liegt bei allen drei Messungen bei rund  LAB 95 / 0,7 / 9,2
Fly Cream enthält gemäß unseren Messungen keine optischen Aufheller, also „keine OBA“. Das LAB Papierweiß liegt bei allen drei Messungen bei rund LAB 95 / 0,7 / 9,2

Mit einem B-Wert in LAB von 9,2 ist Fly Cream also wirklich nicht nur etwas gelblich, wie der Kunde meinte, sondern deutlich gelblich, chamois, cremefarben … wie man das auch immer nennen mag. Die Idee lag also nahe, das Proofprofil „ISOUncoatedYellowish“, Fogra 30 zu prüfen, in wieweit hier das Papierweiß übereinstimmen könnte.

Wie ist das Papierweiß des möglichen Proofstandards?

Gemeinsam mit dem Kunden schauten wir in unserer „Papierweiß von Proofprofilen“ Tabelle nach:

Das Papierweiss des Proofstandards Fogra30, ISOUncoatedYellowish
Das Papierweiß des Proofstandards Fogra30, ISOUncoatedYellowish in LAB:95,93 / -0,77 / 3,85

Das Papierweiß von ISOUncoatedYellowish ist entgegen der Erwartung des Kunden nicht einmal so gelblich wie das Papierweiß des Auflagenpapieres Fly cream, das um mehr als 5 Schritte auf der B-Achse gelblicher ist. Damit war klar: PSOUncoated als aufhellerfreier Naturpapier-Proofstandard fällt aus, das ist deutlich zu weiß, ISOUncoatedYellowish ist da deutlich besser geeignet.

Auf was für einem Proofpapier wird dieser Proofstandard gedruckt?

(mehr …)

Welches Proofprofil für Hohlkammerplakate und Wahlplakate?

Irgendwelche Wahlen stehen ja bekanntlich immer vor der Türe, und der Trend zu immer größeren und zahlreicheren Wahlplakaten ist ungebrochen. Machte früher nur Mutter Natur im Frühjahr die Landschaften bunt, schafft das heute spielend jede Kommunalwahl, Landtags-, Bundestags- und Europawahl. Jeder Kandidat, jede große oder kleine Partei hat heute die technischen und finanziellen Möglichkeiten, ganze Straßenzüge in ein buntes Meer aus Botschaften und Gesichtern zu verwandeln. Hat der Fotograf nun im Studio die Wahlkandidaten gut abgelichtet, gehen die Bilder ab zur Retusche und dann zum Layout.

Bis vor wenigen Jahren wurden Wahlplakate meist im klassischen Offsetdruck produziert und dann mit Kleister auf Hartfaserplatten aufgeklebt, diese dann gebohrt oder auf Dachlattenständer aufgeschraubt und so mit Draht an Straßenlaternen befestigt. Und falls die Wahl im Sommer stattfand, wurden die Plakate in doppelter Auflage gedruckt, damit im Notfall die verblichenen Drucke nach einem Monat für den Endspurt noch einmal mit neuen übergekleistert und aufgefrischt werden konnten.

Doch heute wird mehr und mehr das Hohlkammerplakat bevorzugt, das bereits fix und fertig mit Bohrungen geliefert wird, mehrere Monate farbstabil bleibt, und mit Kabelbindern ganz fix an Straßenlaternen angebracht werden kann. Wie aber sollen dafür Druckdaten erstellt, und wie dafür Daten aufbereitet und geprooft werden?

Alle uns bekannten Hersteller von Hohlkammerplakaten und Wahlplakaten wollen Proofs in ISOCoatedV2 bzw. ISOCoatedV2 300%

Hohlkammerplakate werden auf unterschiedlichsten Systemen produziert. Mal wird mit vier Farben, mal mit sechs, mal mit mehr Farben gedruckt. Daher gibt es für die meisten so produzierten Digitaldruckprodukte keine speziell dafür verbindlichen Proofstandards.

Stattdessen funktioniert es andersherum: Da die meisten dieser Digitaldrucksysteme mindestens über den Farbraum von Offsetdruck auf Bilderdruckpapier besitzen, orientieren sich diese Drucksysteme an der etablierten Farbigkeit von ISOCoatedV2.

So schreibt beispielsweise Printpartner-XXL: „Bei farbkritischen Motiven empfehlen wir deshalb einen Andruck auf Originalmaterial oder um Lieferung eines farbverbindlichen Proofs (mit Prüfkeil und Datum). Daten, die ohne Farbinformationen angeliefert werden, werden mit dem Standard-Profil „ISO Coated v2 “ versehen und produziert.
Eine Reklamation der Farbe kann in so einem Fall nicht anerkannt werden.

Aus unserer Sicht fordern die meisten Druckspezialisten ISOCoatedV2, manche wir flyeralarm und wir-machen-druck ISOCoatedV2 300%. Manche wollen Schwarz ausschließlich als Reinschwarz, manche ausschließlich als Buntschwarz mit CMYK 50/50/50/100 … und manche machen keinerlei Angaben zu geforderten Farbprofilen … aber wer nichts vorgibt, hält sich eben vermutlich auch an nichts … wer also auf Nummer sicher gehen will, sollte sich an einen Anbieter mit funktionierendem Farbmanagement und Vorgaben zu Farbprofilen halten.

Ein Proof für Recyclingpapier. Ist das möglich?

Proofs für klassische weiße Naturpapiere erstellen wir ja täglich, aber häufig taucht die Frage auf, welchen Proof-Standard man denn für einen Druck auf Recyclingpapier verwenden könnte.

Generell ist bei Proof das Papierweiß im Proofstandard exakt definiert, und wird ja auch in jedem Prüfprotokoll dezidiert ausgemessen.

Für PSOUncoated liegt es in CIELAB bei 95.00 / 0.00 / -2.00 und für PSOUncoatedV3 bei 93.50 / 2.50 / -10.00, also etwas dunkler (93.50 statt 95.00 für die Helligkeit L) und deutlich bläulicher (-10.00 statt -2.00 auf der B-Achse, also der Blau-Gelb Achse in Richtung Blau).

Recyclingpapiere weichen im Bereich des Papierweißes nicht nur sehr stark von Sorte zu Sorte voneinander ab, sondern selbst von Charge zu Charge. Wenn also eine Druckerei im Januar und im Februar dasselbe Recycling Papier bestellt, dann kann durchaus ein leicht unterschiedlicher Weißwert des Papieres von der Papierfabrik geliefert werden, da beim Recycling natürlich das Papierweiß stark von den zur Herstellung verwendeten recycleten Papierqualitäten abhängt.

(mehr …)

Warum ist das Einbetten von RGB Profilen eigentlich wichtig?

 Vor einigen Tagen rief uns ein Kunde aus dem Bereich Design an, der für eine aufwändige CD-Produktion auf Anraten des produzierenden Unternehmens („Die Druckerei hat noch eine Vorstufe, die dann Ihre Daten optimal aufbereiten kann…“) offene Adobe InDesign Daten in ISOCoatedV2 300% mit enthaltenen RGB Bildern an die Produktionsfirma gesendet hat. Das Ergebnis der fertig gedruckten CD Booklets und Inlays entsprach überhaupt nicht dem kalibrierten Monitorbild unseres Kunden, auch der Auftraggeber war unglücklich und forderte zur Fehlersuche die Druckdaten über die Produktionsfirma von der Druckerei an, die den Druck zu verantworten hatte. Es kamen Daten im Farbraum „US Web Coated“ mit einer Farbdeckung von 350% von der Druckerei zurück. Zur Fehlersuche ließ der Kunde dann einen Proof von seinen Daten bei uns erstellen, hatte aber beim Schreiben der Proof-PDF wie gewohnt die Einstellungen „In Zielprofil konvertieren (Werte beibehalten)“ gewählt; wir erhielten also vollständig in CMYK aufgebaute Daten, von denen wir einen Proof nach ISOCoatedV2 300% fertigten, der den Erwartungen unseres Kunden vollkommen entsprach. Es scheint also, als hätte der Designer die Daten korrekt erstellt und die Druckerei falsch gedruckt.

Bei näherer Betrachtung des Sachverhalts zeigte unsere Fehleranalyse hier zwei gravierende Schwachstellen auf:

  • Zum einen die offensichtlich falsche Profilkonvertierung der Druckerei mit InDesign CS2 nach „US Web Coated“, einem vollkommen veralteten und in Europa nie eingesetzten Profil, das eben mit frühen Creative Suite Versionen ausgeliefert wurde und wohl mangels Kompetenz aut Seiten der Druckerei nie angepasst wurde.
  • Zum anderen aber waren in der offenen InDesign Datei unseres Kunden, die er an das Produktionsunternehmen gesendet hatte RGB Bilder ohne Profil enthalten (also DeviceRGB), die nicht sicher interpretiert werden können.

Eine Reklamation des Designers bei der Druckerei wird in diesem Falle natürlich schwierig, da zum einen nicht profilierte RGB Daten an die Produktionsfirma gesendet wurden, und zum anderen keine vom Datenersteller erzeugte Druck-PDF im korrekten Ausgabefarbraum ISOCoatedV2 300% mitgeliefert wurde. (mehr …)

Proof.de: Ab sofort Proofs nach den aktuellsten Toleranzkriterien der ISO 12647-7:2016

Die Proofnorm ISO 12647-7 wurde im November 2016 überarbeitet und die Testkriterien für die FograCert-Proofherstellung angepasst. Wir haben diese veränderten Kriterien jetzt in unser Proofsystem übernommen und arbeiten ab sofort nach den strengeren Toleranzen der neuesten ISO 12647-7:2016. Insbesondere in Sachen Farbgenauigkeit, Papierweiß und höhere Anforderungen an Proofpapiere werden die Verbesserungen der neuen Norm deutlich.

Warum sich für unsere Proof Kunden kaum etwas ändert

Die gute Nachricht ist: Sie werden nicht merken, dass unsere Proofs jetzt präzise nach neuester Norm hergestellt werden. Warum? Ganz einfach: Weil unsere Ansprüche an unser Proofsystem, an unsere FIERY Proofsoftware, unsere EFI Proofpapiere und die X-Rite Messtechniken bereits so hoch sind, dass alle Komponenten unserer Proofs – und natürlich auch unsere Proofs selbst – den neuen Kriterien der revidierten Norm von November 2016 bereits seit Jahren genügen.

Die wichtigsten Neuerungen der neuen Proof Norm in Kürze

1. Farbverbindlichkeit

Mit der neuen Norm wird die klassische Formel für den Farbabstand Delta-E von der althergebrachten Definition aus dem Jahr 1976 (CIELAB 1976) auf die aktualisierte Version aus dem Jahr 2000 (CIEDE2000) gebracht. Da sich die Werte nicht direkt umrechnen lassen, werden damit auch neue Toleranzen für das Prüfprotokoll eingeführt, die ab sofort gelten. Diese neuen Toleranzen und neue Kriterien sind auch der einzige Unterschied, den Sie bei genauer Betrachtung auf unserem Proof erkennen werden.

proof.de Medienkeil Mediawedge ISO 12647-7 vs. ISO/DIS 12647-7:2016

Warum diese Umstellung: Die Fogra zeigte anhand der Messungen der von 116 Contract Proof-Zertifizierungen aus 2016 sowohl nach den alten als auch den neuen Toleranzen, dass mit der alten ΔEab-Formel ein systematischer Fehler in der Bewertung von satten Farben zugrunde liegt. Diese Farben haben bisher einen im Verhältnis zu großen ΔE- Wert aufgewiesen, der nicht mit der visuellen Beurteilung übereinstimmte. Die neuen Delta-E Werte sind dagegen deutlich „gleichabständiger“, also mit der menschlichen Beurteilung des Farbabstandes deutlich näher, was die Fogra ebenfalls in Tests nachgewiesen hat.

Die Abweichungen bei Grauachse und Buntton werden jetzt ebenfalls genauer bestimmt,  die Auswertung des Bunttonabstands ΔH durch die Metrik ΔCh ersetzt. Auch das können Sie auf den Prüfprotokoll sehen. Die Fogra schreibt: „Da ΔH hauptsächlich vom Bunttonwinkel abhängt, lieferte die Auswertung von neutralgrauen oder bunttontechnisch ähnlichen Farben mit teilweise sehr großen Helligkeits- und Sättigungsunterschieden keine aussagekräftigen Ergebnisse. Das Maß ΔCh beschreibt nun den tatsächlichen Abstand eines Farbpaars in der CIEa*b*-Ebene und eignet sich damit nicht mehr nur für die Bewertung des Buntheitsunterschieds von sehr satten Farben.“

2. Beständigkeit der Proofpapiere

Die Alterungstests für Proofpapiere wurden mit der Einführung der neuen Norm eindeutiger geregelt. So durchlaufen alle zertifizierten Proofpapiere folgende Tests: (mehr …)

Heaven 42 Proofs auf Proofpapier mit optischen Aufhellern

Scheufelen Heaven 42 Heaven42 Vergleich mit Digitalproof der Proof GmbH
Gute Übereinstimmung im Papierweiß von Proofpapier und Original Scheufelen Heaven 42 Papiermuster

Die Proof GmbH bietet Proofs für Scheufelen Heaven 42 Papiere auf den neuen EFI 8245 OBA Proofpapieren an. Mit diesem Proofpapier wird es erstmals möglich, die hochweiße Papierfärbung von Heaven42 gut abzubilden.

Mit Heaven 42 wurde von der Firma Scheufelen ein hochweißes Papier entwickelt, das einen neuen Farbraum erschließt. Speziell technische Motive (Grautöne, Silbertöne aus 4c, starke Hell-Dunkelkontraste) wirken auf Heaven 42 besonders brillant und neutral. Bei unveränderter Separation (z.B. mit dem ICC-Profil „IsoCoated_v2“), wirkt das Druckbild bei gleicher Färbung und Tonwertzunahme jedoch erheblich kälter. Bei warmen Tönen (z. B. Hauttöne) sind daher Farbanpassungen empfehlenswert.

Wir proofen Heaven42 auf EFI 8245 OBA Proofpapier mit optischen Aufhellern und messen den Proof im M1 Standard unter Berücksichtung der optischen Aufheller aus. Die Proofs können mit einem UGRA/Fogra Medienkeil und Prüfprotokoll versehen werden. Unsere Heaven42 Proofs stellen eine gute Simulation des von Scheufelen zum Download angebotenen Heaven42 ICC Profiles von Heidelberger Druck dar. Bitte beachten Sie dabei auch Anmerkungen von Scheufelen zu Druckvorgaben, die ebenfalls im Download des Profiles enthalten sind.

Scheufelen stellt zwei ICC-Profile zum Download zur Verfügung, wir proofen das Profil von Heidelberger Druck („_HD“).
Profil: Heaven42_AM_U280_K98_G80_HD.icc
Flächendeckung: ~280 % (U)
Schwarzaufbau: GCR , 80 % (G)
Max. Schwarz: 98 % (K)
Proofpapier: EFI Proof Paper 8245 OBA Semimatt
Prüfprofil: Erzeugt aus Referenzdaten
Messmethode: M1 mit Berücksichtigung von optischen Aufhellern

Die Heaven 42 Proofs können direkt im Proof Shop von Proof.de bestellt werden. Wählen Sie einfach das Profil „Heaven 42 (Bilderdruck OBA)“ aus.

Scheufelen Heaven 42 Heaven42 Vergleich mit ISOCoatedV2 Digitalproof der Proof GmbH
Links unten: ISOCoatedV2 Proof auf EFI 4245 Gravure Proof Paper Rechts unten: Heaven 42 Proof auf EFI 8245 OBA Proof Paper Oben: Original Papiermuster Heaven 42 von Scheufelen

Scheufelen Heaven 42 Heaven42 Vergleich mit ISOCoatedV2 Digitalproof der Proof GmbH
Unten: ISOCoatedV2 Proof auf EFI 4245 Gravure Proof Paper. Oben: Heaven 42 Proof auf EFI 8245 OBA Proof Paper. Mitte: Original Papiermuster Heaven 42 von Scheufelen

Ist ein Proof auf spezielles Papier wie Auflagenpapier möglich?

„Wir drucken auf ein Berberich Allegro 135gr/qm. Können Sie uns einen Proof auf diesem Papier anfertigen? Können Sie auf unser Auflagenpapier proofen?“

In unseren Telefonsupport taucht häufig die Frage nach einem Proof auf Auflagenpapier auf. Leider müssen wir die Frage stets negativ beantworten. Die Gründe dafür möchte ich im folgenden Artikel kurz erläutern.

Der Proof auf Auflagenpapier ist bis heute technisch nicht möglich.

Alle derzeit bei der Fogra zertifizierten Proofsysteme basieren auf einem Tintenstrahldrucker als Prüfdrucker, meist aus dem Hause Epson, Canon oder HP. Diese Drucker zeichnen sich durch einen großen Farbraum, gute Auflösung und eine hervorragende Homogenität und Farbstabilität aus – alles Eigenschaften, die für ein Proofdrucksystem unbedingt nötig sind. Die von der überwiegenden Zahl der Proofdrucker eingesetzten Epson Systeme basieren auf 11-farbigen Pigmenttinten, die einen deutlich größeren Farbraum als z.B. ISOCoatedV2 abbilden können. Die Voraussetzung dafür ist aber die Verwendung von speziellen, für den Tintenstrahldruck optimierten Papieren, bei denen die Pigmente und Tinten optimal zur Geltung kommen. Hierfür sind spezielle Beschichtungen nötig, die auf eine optimale Wiedergabe, schnelle Trocknung, gute Abriebfestigkeit und hohe UV-Stabilität des Druckes optimiert sind. Auf einem Bilderdruckpapier ohne diese Beschichtungen würde die Tinte verlaufen, kaum trocknen und wäre nicht wischfest. Auch der Farbraum wäre nicht zu erzielen. Ein Proof wäre daher aus dieser Sicht nicht möglich. (mehr …)

Abschlussprüfung Mediengestalter: Farbverbindliche Proofs sind Pflicht

Seit 2010 wird für die Abschlussprüfung Mediengestalter Digital und Print, Fachrichtung Gestaltung und Technik, Print in der Aufgabenstellung der ZFA (Zentraler Fachausschuss Berufsbildung Druck und Medien) ein Proof gefordert. Als einheitliches Kontrollmittel liegt ein UGRA/Fogra Medienkeil 2.0 den Prüflingen auf der Aufgaben-CD bei und kann im Proof neben die Prüfungsaufgabe gestellt werden.

Bislang hatte die ZFA lediglich einen Proof oder einen farbrichtigen Ausdruck gefordert. Konkret schrieb sie, der Prüfling müsse „sich vor der Ausgabe seiner Prüfungsarbeit von der korrekten gerätespezifischen Kalibrierung des Ausgabegerätes überzeugen. Dies kann z.B. durch Ausmessen mit Hilfe eines Densitometers und der anschließenden Profilanpassung erfolgen.“

In der Praxis war dies einem Prüfling jedoch kaum möglich. Daher hat die ZFA jetzt die Anforderung vereinheitlicht und schreibt jetzt farbverbindliche Proofs mit Medienkeilen vor: „In der praktischen Abschlussprüfung sollen farbverbindliche Digitalproofs zur Beurteilung der Prüfungsaufgaben abgegeben werden. Falls Ihrem Proofsystem kein Ugra/Fogra-Medienkeil zur Verfügung steht, ist der aus der CD-ROM befindliche Ugra/Fogra_Medienkeil V2.0 (MEDIENKEIL_ZFA.PDF) zu verwenden.“

Die Kosten für diese Proofs müssen vom Ausbildungsbetrieb übernommen werden, da die Proofs Teil der Abschlussprüfung sind. In der Abschlussprüfung Mediengestalter 2014 müssen die Prüflinge mindestens 2 A3+ Proofs und 3 A4 Proofs erstellen lassen; bei Proof.de fallen hierbei Kosten von 62 Euro netto für die Proofs mit Versand an. Da teilweise die Fristen so eng sind, daß die Proofs per Express versendet werden müssen, können sich hier noch Zuschläge von 15 Euro für Express vor 12 Uhr oder 35 Euro für Express vor 9 Uhr hinzu. Die Kosten für den Ausbildungsbetrieb sind also nicht gering.

Zehn Punkte, die Sie beim Proof unbedingt beachten sollten.

Proofs erstellen zu lassen ist eigentlich ganz einfach. Erfahrungsgemäß stolpern zahlreiche Kunden aber über die immer gleichen Fehler. Wir haben Ihnen die wichtigsten zehn Punkte für einen erfolgreichen Proofjob zusammengestellt:

1.: Proofen Sie so spät wie möglich im Produktionsprozess
2.: Wählen Sie das richtige Proof Profil für Ihre Zwecke aus
3.: Wandeln Sie RGB oder LAB Bilder nach CMYK um
4.: Benennen Sie Pantone und HKS Farben korrekt
5.: Proofen Sie Ihre Daten im Verhältnis 1:1 und nicht kleinskaliert
6.: Proofen Sie stets mit UGRA/Fogra Medienkeil 3.0
7.: Achten Sie auf ein korrektes Job-Ticket
8.: Achten Sie bei Ihrem Dienstleister auf aktuelle Proof Software und Hardware
9.: Akzeptieren Sie nur echte „Kontrakt-Proofs“ nach ISO 12647-7
10.: Achten Sie auf gültige Zertifizierungen Ihres Proof-Dienstleisters

im Folgenden möchten wir Ihnen diese einzelnen Punkte etwas ausführlicher vorstellen.

(mehr …)

Heatset und Coldset? Was ist denn da der Unterschied?

Im Rollenoffsetdruck werden heute zwei verschiedene Verfahren eingesetzt: Heatset und Coldset.

Im Coldset-Verfahren werden zumeist Zeitungen und Taschenbücher gedruckt, die Druckfarbe trocknet hier rein durch ein Wegschlagen.

Im Heatset-Verfahren wird das Papier nach dem letzten Druckwerk durch einen großen Trockner und ein Kühlwalzenaggregat geschickt. Die Länge der Druckmaschine verdoppelt sich durch diese beiden Einheiten beinahe. Damit die Farbe optimal trocknet, werden hier spezielle durch Hitze trocknende Druckfarben eingesetzt.

(mehr …)

Was ist Moiré? Und kann ich im Proof Moire erkennen?

Der Moire-Effekt oder anders gesprochen, eine Rasterüberlagerung ist ein häufiges Phänomen in der Ansicht von Drucken. Es entsteht, wenn sich zwei gleichmäßige Muster ungleichmäßig überlagern.Moiré Effekt

Wann tritt Moiré auf?

Moire entsteht immer dann, wenn sich Raster überlagern. Typische Beispiele:

  • Sie haben eine Zeitungsanzeige eingescannt und drucken sie in einer anderen Zeitung ab.
  • Sie drucken das Portrait eines Geschäftsführers, der ein Sakko mit feinem Hahnentrittmuster, ein kariertes Hemd und eine feingemusterte Krawatte trägt. Egal welches Druckverfahren, hier bricht garantiert komplettes Moiré-Chaos aus.
  • Ein Backsteingebäude wird im Offsetdruck wiedergegeben.
  • Die Fotografie eines Lüftungsgitters wird am Monitor betrachtet (mehr …)

Reklamation wegen falscher Farbe: Ein zufälliger Vergleich von Flyeralarm und Flyerwire in Sachen Farbverbindlichkeit

Vor kurzem haben wir eine Visitenkarte bei Flyerwire drucken lassen, da hier zwar für etwas mehr Geld als z.B. bei Flyeralarm auch – unserer Meinung nach – hochwertigere Visitenkarten geliefert würden. Das Ergebnis enttäuschte zum ersten Mal seit vielen Jahren: Die Farben waren im Vergleich zum Proof deutlich übersättigt, Vorder- und Rückseite nicht identisch sondern sehr unterschiedlich. Anhand des DCS Books haben wir in einem ersten Vergleich ermittelt, daß insbesondere im Magenta Bereich statt den vorgegebenen 70% zwischen 90% und 100% Magenta gedruckt wurden. Auch das Gelb schien deutlich übersättigt.

Nach einer Reklamation wurde die Karte 10 Tage später ein zweites Mal von Flyerwire geliefert. Jetzt deutlich besser, aber immer noch weit weg vom zertifizierten Proof. Insbesondere der helle Cremebereich war deutlich farbabweichend. Wir reklamierten ein zweites Mal und bestellten – rein aus Interesse – eine Visitenkarte bei Flyeralarm mit den identischen Druckdaten. (mehr …)

Proof für Aufgebessertes Zeitungspapier, Improved Newsprint (INP), Fogra 48

Die Vorgabe lautete:

„Wir brauchen einen Proof für aufgebessertes Zeitungspapier, 76er Weiße.“
„Kennen Sie denn das Proof Profil?“
„Nein, leider nicht. Können Sie das nicht entscheiden?“

Wir sind der Fragestellung einmal nachgegangen: Gedruckt wird auf dem Papier UPM EcoPrime 76 H im Rollenoffset in einer großen Druckerei. Die Auskunft der dortigen Kundenbetreuung lautete:

„Das vorgegebene Profil ist Fogra 42, PSO SNP Paper (ECI) aber das passt hinten und vorne nicht, ist viel zu grau. Proofen Sie mal lieber nach Fogra 40, SC Paper (ECI), das passt viel besser.“

Die beiden Profile passen aber gar nicht zusammen. SC Paper ist für Super-Calandriertes Papier, PSO SNP Paper für Standard Zeitungspapier, Standard-Newsprint. Und auch die Tonwertzunahmekurven unterscheiden sich vollständig. (mehr …)

EAN / GTIN Codes erstellen: Tipps für Grafiker

EAN Codes gehören heute auf jedem Produkt zum Standard. Tippte gestern noch Tante Emma die Preise von Hand in eine Kasse, sind heute Scannerkassen die Regel, die standardisierte EAN Codes mit einem Laser abtasten und so den Artikel eindeutig erkennen und dem Kassenzettel hinzufügen.

EAN übrigens steht für „European Article Number“, also Europäische Artikel Nummer und wurde 2009 durch das globale GTIN, „Global Trade Item Number“ abgelöst. Die EAN bzw. GTIN ist ein Strichcode, der maschinell gelesen werden kann und von Barcode Lesegeräten ausgelesen werden kann.

Für Grafiker in Europa im Produktbereich wichtig sind primär zwei Standards aus der fast unendlichen Vielzahl der weltweit verbreiteten EAN Codes. EAN 13 und EAN 8, also ein Strichcode aus entweder 13 oder 8 Zahlen. Was bedeuten diese Zahlen eigentlich? (mehr …)

Wie genau kann Druckfarbe denn gemessen werden?

Seit einigen Jahren werden die Möglichkeiten des colorimentrischen Messens von Druckfarben immer einfacher und preiswerter. Und so glaubt man oftmals daran, daß das Messen von Druckfarben einfach, preiswert und vor allem mit einer hohen Genauigkeit stattfindet. Und das auch über unterschiedlichste Marken und Generationen von Messgeräten hinweg. Stimmt das?

Wenn man einige Untersuchungen anschaut, dann scheint das nicht unbedingt der Fall zu sein. So fordert die IFRA, daß z.B. bei der Messung der BCRA Keramik-Kacheln die Farbunterschiede zwischen unterschiedlichen Messgeräten bei unter Delta-E 0,3 sein sollten. In der Realität sah das aber anders aus. In einer Studie von Nussbaum lagen 8 von 9 Messungen bei eine Delta-E von größer 2,0; in einer Studie von Wyble & Rich die Abweichungen bei zwischen Delta-E 0,76 und 1,68. Doch warum sind die Abweichungen so groß?

Zum einen unterscheiden sich die Messgeräte in der Art, wie sie die zu messenden Flächen beleuchten. Das ist in zweierlei Hinsicht wichtig: Zum einen können je nach Material Messungen schon dadurch stark voneinander abweichen, daß z.B. Licht nur von einer Lichtquelle auf die Messfläche strahlt und gemessen wird. Hat also ein Messgerät nur eine Lampe, die z.B. in einem 45 Grad Winkel auf die Messfläche strahlt und deren Reflexion gemessen wird, dann kann die Messung schon um bis zu Delta-E 3.0 abweichen, wenn Sie nur das Messgerät um seine eigene Achse drehen. Messen also ein Linkshänder und ein Rechtshänder mit dem gleichen Messgerät die gleichen Kacheln, dann kann allein durch das unterschiedliche Halten des Messgerätes und durch den dabei unterschiedlichen Beleuchtungswinkel der Kacheln eine Messung völlig unterschiedlich ausfallen.

Die Lösung hierfür: In einem Messgerät werden mehrere Leuchtquellen verteilt oder die Beleuchtung im optimalen Fall direkt kreisrund im 45 Grad Winkel ausgesendet, um solche Effekte zu minimieren. (mehr …)

Layout in RGB, Druck in CMYK. Probleme?

Insbesondere in größeren Unternehmen stellt heute das Layout in RGB eher die Regel als die Ausnahme dar. Die Vorteile liegen dabei auf der Hand:

  • Das Layout findet in einem großen, nahezu medienneutralen Farbraum statt
  • Alle Photoshop Filter stehen uneingeschränkt zur Verfügung
  • Der Prozess der Farbraumkonvertierung nach CMYK wird so spät als möglich in den Produktionsprozess verlagert

In der Praxis stehen aber insbesondere an zwei Stellen mögliche Probleme ins Haus.

Problemstellung 1: CMYK Konvertierung im letzten Schritt.
Der Katalog ist in InDesign gelayoutet, alle Daten stimmen perfekt, als letzter Schritt vor Druck und Proof steht der Export in ein druckfähiges PDF in CMYK an. Im Normalfall erfolgt das über einen Preset in InDesign, in dem die genauen Spezifikationen für die Farbraumkonvertierung definiert sind. In der Praxis ist dieser Farbraumtransfer aber kaum zu überwachen. Das Problem: Selbst wenn Sie in der exportierten PDF Datei z.B. die Farbwerte in Acrobat kontrollieren, zeigt Ihnen Acrobat nicht wirklich die enthaltenen Farben an. Auch bei fälschlicherweise immer noch enthaltenen RGB Bildern würde Ihnen Acrobat brav CMYK Werte anzeigen. Im Druck können aber beim erneuten Verarbeiten der Daten andere CMYK Werte entstehen. Da sah vor kurzem so aus: (mehr …)

Der Proof ist viel dunkler als das Bild auf meinem Monitor. Warum?

Oft sind Kunden verunsichert, wenn Sie einen Proof in den Händen halten. „Der Proof des BIldes ist viel dunkler, als das Bild auf meinem Monitor aussieht. Warum ist das so? Und was tue ich jetzt?“

Für eine Abweichung zwischen Proof und z.B. der Monitordarstellung gibt es viele mögliche Gründe:

  • Der Monitor ist nicht kalibriert
    Nur kalibrierte Monitore können auch Farbe akkurat darstellen. Wenn ich einen billigen Monitor kaufe und an meinen Computer anschließe, kann ich definitiv keine reelle Farbe sehen. Als Faustregel gilt: Nur ein hardwarekalibrierter Monitor hat eine Chance auf korrekte Farbe.
  • Der Monitor ist zwar kalibriert, aber die Farben sehen dennoch anders aus
    Ein Monitor unter 1.000 Euro kann meistens nicht auf gute Farbdarstellung für den Standardfarbraum ISOCoated V2 kalibriert werden, weil er einen zu geringen Farbumfang hat. Nur echte Proof Monitore sind auch auf die Darstellung der proofbaren Farben ausgelegt und dafür geeignet.
  • Der Proof wird nicht unter D50 Normlicht betrachtet
    Gerade im Winter sind die Lichtbedingungen oft schlecht. Und Glühlampen, Energiesparlampen und konventionelle Neonröhren liefern nur eine sehr schlechte Farbdarstellung. Ohne D50 Lichtquelle kann ein Proof nicht beurteilt werden.
  • Die Farbeinstellungen in der Software sind falsch
    Oftmals wird die Bildbearbeitungssoftware wie Photoshop einfach ohne Anpassungen installiert und genutzt. Dabei entsprechen die gewählten Farbprofile oft nicht den Profilen, nach denen geprooft wird. Apfel-Shift-K bei Macintosh bzw. Steuerung-Shift-K bei Windows zeigen Ihnen Ihre Profileinstellungen in Photoshop an.

Generell kann kein Patenrezept für die korrekte Darstellung von Proofs zum Monitor gegeben werden. Ist aber ein Proof mit UGRA/Fogra Medienkeil CMYK V3.0  und Prüfprotokoll versehen ist die Chance hoch, daß er sehr präzise die geforderten Farben reproduziert. Entspricht Ihr Monitorbild nicht dem Proof, liegt der Fehler zumeist bei Ihnen. Die Ursachenliste oben kann Sie bei der Fehlersuche unterstützen.

Mein Kunde möchte eine Blechdose bedrucken. Pantone? CMYK? Kann man das im Proof simulieren?

Anfragen wie der Proof einer bedruckten Blechdose erreichen uns häufig. Warum lässt sich eine solche bedruckte Dose denn nicht „proofen“.

Ein Proof ist ein standardisiertes Produkt. Nehmen wir z.B. einmal den klassischen ISOCoatedV2 Proof; den Standardproof für Bilderdruckpapier. Hier lautet die Definition in Kürze:

„Papiertyp 1 und 2, glänzend und matt gestrichen Bilderdruck, Tonwertzunahmekurven A (CMY) und B (K) aus ISO 12647-2:2004“ (Quelle: farbproofs.de)

Auf Metall wird mit einem Lack gedruckt. Weder die Farbe des Metalls der Blechdose noch die Farbigkeit der Lacke sind klar definiert, von der Dicke des Lackauftrages und dem Druckverfahren, in dem der Lack appliziert wird (Digitaldruck / Siebdruck, Tampondruck etc.) ist ebenfalls nicht definiert.

Ein Kontrakt Proof bezieht sich auf sehr enge Toleranzen und genau festgelegte Rahmenbedingungen. Dazu zählt nicht nur die densitometrische und farbmetrische Referenz der Druckfarbe, sondern zum Beispiel auch das Papierweiß, das im Proof sehr exakt simuliert wird. Aus genau diesem Grund gibt es auch keinen Proof für Recycling Papier: Die Papiere und Papierweißen sind einfach so unterschiedlich, daß sich keine einheitliche, normierte „Farbe“ eines Recycling-Papieres definieren lässt. Von klassischem Recyclingpapier mit neutralgrauer oder gelblichgrauer Färbung bis zu de-inkten, nahezu weißen Recycling Papieren ist am Markt alles erhältlich. Nur eben nicht als Standard.

Ein Proof bezieht sich daher immer auf den Offsetdruck oder den Tiefdruck unter standardisierten Bedingungen. Veränderte Oberflächen wie Metall oder veränderte Papierfarben wie Recycling oder hochwertige Imagepapiere mit Einschlüssen oder der Druck auf bunten Papieren sind bislang nicht standardisiert und daher auch nicht proofbar.

Weiße Linien bei Druck PDFs in Adobe Acrobat

Häufig taucht die Frage auf, warum bei der Erstellung einer PDF-X/3:2002 Datei in der Voransicht in Adobe Acrobat häufig weiße Linien auftauchen, wo in der Datei doch eigentlich gar keine Linien sind.

Die Antwort ist ganz einfach: Im Gegensatz zu aktuellen PDF-Druckstandards wie PDF/X-4:2010, die als PDF 1.6 Standard exportiert wird, verwendet die häufig von Druckereien geforderte PDF-X/3:2002 Norm das PDF-Format 1.3, in dem Transparenzen verboten sind. Die Konsequenz: Wenn Sie z.B. in Adobe InDesign Schlagschatten anlegen, werden diese in rechteckige Bilder umgewandelt. Werden solche Schlagschatten noch auf Hintergrundbildern eingesetzt, dann treten die weißen Linien auf, die sich horizontal und vertikal an den Schattenstellen durch das PDF ziehen. Doch warum verschwinden diese Linien im Druck und sind auch in anderen Programmen wie MacOS Vorschau nicht sichtbar?

Acrobat besitzt eine Vorschau, die auf Vektorelemente ein Anti-Aliasing anwendet, um Kanten optimal weich darzustellen. Diese Einstellung wirkt jedoch auch auf Pfade und Maskierungen, die eigentlich gar nicht sichtbar sind. Die Pixelbilder der reduzierten Transparenzen werden also ganz leicht weichgezeichnet. Und genau dabei entstehen die weißen Linien der Weichzeichnung, die eigentlich die Größe Null haben und daher auch im Druck auf postscript-fähigen Druckern verschwinden. Nicht PS Drucker drucken teilweise die Bildschirmanzeige, wobei die Linien störenderweise erhalten bleiben.

Die meisten Grafiker kennen den Effekt, verfügen über Postskript-Drucker und leben einfach damit. Wenn Sie die weißen Linien jedoch sehr stören oder diese im Ausdruck ebenfalls auftreten, können Sie das Anti-Aliasing einfach in den Acrobat Voreinstellungen ausschalten. Unter Acrobat > Voreinstellungen > Seitenanzeige können Sie das Häkchen bei „Vektorgrafiken glätten“ einfach abwählen. Dadurch werden die Ränder bei Vektordaten etwas pixeliger, aber die weißen Linien des Anti-Aliasing verschwinden sofort.

Hier können Sie die Option "Vektorgrafiken glätten" einfach abwählen
Screenshot aus den Voreinstellungen der Seitenansicht in Adobe Acrobat

 

Zertifiziert für
Proofs bestellen

Sie können Proofs bequem über unserem Shop bestellen:

Kontakt

Einfach Farbräume vergleichen und Farben für Ihre Vorhaben finden:

© 2020 – Proof GmbH